Ein Projekt als Blog starten oder eine andere Technik nutzen

Liest man so das eine oder andere Forum zum Thema Geld verdienen im Internet oder gar den einen oder anderen Blog zum Thema, dann könnte man durch aus den Eindruck gewinnen, nur mit einem Blog, am Besten noch einen auf WordPress Basis, ließe sich Geld online verdienen.

Gab es früher das eine oder andere Buch mit dem spannenden Thema Geld verdienen im Internet, so sind es nun die Geld mit Blogs verdienen Bücher, die sich, so wird zumindest der Eindruck vermittelt, großer Beliebtheit erfreuen.

Und so startet der eine oder andere seine Karriere als zukünftiger Online Selbständiger eben mit einem Blog, denn was oft gesagt und vorgebetet wird, wird ja seinen Grund haben. Darunter sind aber auch Menschen, die durchaus erfolgreich sein könnten, wenn Sie eben auf eine andere Methode gesetzt hätten, sich online mitzuteilen.

Ein Blog ist einfach und schnell installiert …

.. und wird ebenso schnell auch mal zur Blog-Leiche
Einen WordPress Blog zu installieren ist einfach: Entsprechendes Webspace-Paket ordern, Domain dazu, WordPress besorgen und installieren. In noch nicht mal einer Viertelstunde kann man starten und das ohne große Vorkenntnisse im Bereich Html, PHP oder FTP haben zu müssen. Gibt es Fragen oder Probleme, Anlaufstellen wo einen geholfen werden kann gibt es massig.

Aber: Ist wirklich jedes Thema geeignet, um es in einen Blog zu packen? Ist für Anfänger nicht gerade der Druck dauernd etwas publizieren zu müssen kontraproduktiv?
Daher hier mal eine kleine, sicherlich nicht vollständige Liste, Blog pro und contra zum starten:

Pro und Contra Blog zum Geld verdienen

Pro Blog:

  • Leicht zu installieren. Wem die Grundversion oder ein vorgefertigtes Theme (egal ob nun kostenpflichtig oder kostenlos) ausreicht, kann sehr schnell starten und die ersten Seiten im Internet veröffentlichen.
  • Wenn man den Blog erlaubt neue Beiträge zu pingen können auch sehr schnell die ersten Besucher über die Blogsuche eintrudeln.
  • Es gibt haufenweisen Anleitungen und Tipps zum Thema erfolgreich Bloggen im Internet, selbst Eboks (kostenlos wie auch kostbar) finden sich zum Thema.
  • Backlinks sammeln sich relativ einfach und schnell: Hier mal auf einer anderen Seite ein Kommentar hinterlassen, dort mal eine Blogparade mitnehmen oder einen Trackback senden.
  • Um die interne Grundverlinkung muss man sich keine Sorgen machen. Zumindest WordPress hilft mit Kategorien, Tags und Archiv kräftig nach.
  • Man findet als Blogger auch relativ leicht und schnell Kontakt zu anderen Bloggern.

Contra Blog

  • So leicht zu installieren, dass man sich vielleicht zu wenig Vorüberlegungen macht. Ein installierter Blog ist schön, aber meist füllt der sich eben nicht von selbst. Und so ist das Internet auch schon gepflastert mit Blog-Leichen.
  • Die Basisversion reicht schnell nicht aus, wer es individueller will, muss eben doch etwas tiefer in die Materie einsteigen.
  • Meiner Meinung nach ist die automatische interne Verlinkung meist nicht optimal gelöst. Es gibt zwar Archive, Tags und Kategorien, aber gerade zu Beginn eines neuen Projekts schreibt man eben häufig vielleicht den einen oder anderen Grundlagenartikel, der dann immer weiter nach hinten rutscht. Da kann man zwar Gegensteuern, aber man muss eben so etwas im Blick haben.
  • Bestimmte Themen sind einfach nicht Blogfüllend. Aber vielleicht fehlt mir da auch einfach die Phantasie.
  • Bestimmte Themen sind nicht wirklich Blog geeignet. Zumindest gäbe es bessere Möglichkeiten. Wenn ich nach einem Kochrezept suche, will ich eine Seite mit dem Kochrezept und noch das eine oder andere Bild finden, mir erschließt sich dann nicht so ganz, warum das Kochrezept Teil eines Blogbeitrages sein müßte (Ausnahmen gibt es immer). Aber gerade bei Kochrezepten würde eine klassische Seite eher Sinn machen.
  • Man muss sich vor Spam hüten (Kommentare, Trackbacks). Genauso wie es zig Anleitungen gibt, wie man einen Blog installiert, gibt es eben auch zig Anleitungen (und auch Programme) wie man andere Blogs zumüllt.
  • Einmal installieren und zurücklehnen? Ein Blog muss auch gewartet und gepflegt werden, gerade Sicherheitsupdates sollten zeitnah installiert werden.
  • Gerade bei Content-Projekten, deren späterer Umfang doch schon zu Beginn absehbar ist (Beispiel meine Titanic-Seite) lohnt sich also durchaus die Überlegung, ob es wirklich ein Blog sein soll oder ob man nicht einfach eine HTML-Seite hochzieht oder auf ein einfaches CMS wechselt.

    Wer also mit dem Geld verdienen im Internet am Anfang steht, sollte sich nicht zu sehr auf das Thema Blog einschießen sondern auch mal einen Blick über den Tellerrand auf andere Systeme werfen.

    Autopilot ohne Blog

    Der große Vorteil ist nämlich: Meine Titanic Seite wird irgendwann relativ fertig sein. Das Schiff ist nun mal schon 100 Jahre auf dem Grund des Atlantiks. Viel tun wird sich zu dem Thema in absehbarer Zeit, spätestens wenn die 100 Jahr Gedenkfeiern rum sind, nicht mehr. Ab dem Moment kann ich die Seite eher vergessen. Ich werde dann den einen oder anderen Links dazu sammeln, ab und zu die Emailanfragen beantworten und schauen, ob es neue Bücher oder Filme zum Thema gibt. Der Arbeitsaufwand wird dann aber irgendwann auf ein, zwei Stunden im Monat sinken. Dann steht die Seite praktisch auf Autopilot. Ich habe Seiten zu ähnlichen Themen, die guck ich alle drei Monate mal durch oder recherchiere ob es irgendeine neue wichtige tolle Erkenntnis zu gibt, die ich erwähnen sollte. Geld verdienen tu ich mit diesen Seiten aber schon ewig. Am Anfang war es etwas mehr Arbeit, anders als bei einem Blog brauchte ich pro Projekt eben gleich zu Beginn 10, 20 oder auch 50 Unterseiten, damit das ganze fertig aussah. Aber danach konnte ich das Projekt in Ruhe vor sich hin reifen lassen, ab und an ein Link drauf (diese Projekte bekommen aber auch ab und an freiwillig einen) und gut war. Auf einen veralteten Blog mit letzter Beitrag vor zig Monaten wird man eher seltener einen freiwilligen Backlink bekommen.

    Fazit Contentseiten lieber ohne Blog

    Sicherlich verdient man mit solchen Contentseiten, insbesondere im Bereich Geschichte und/oder Wissenschaft jetzt nicht die Millionen. Auch passende Partnerprogramme gibt es, mal abgesehen von Amazon, eher seltener. Aber hier macht es eben halt irgendwann die Masse. 10 Contentseiten, die 30 Euro im Monat abwerfen sind eben auch Geld und spätestens wenn diese Seiten dann auf Autopilot stehen, da eigentlich fertig, kann man sich drum kümmern weitere solche Projekte an den Start zu bringen. Zusätzlich kann man dann die Seiten ja noch mit Zählpixel von der VG Wort versehen, das gibt, wenn man jetzt nicht zu exotische Themen gewählt hat, dann im Herbst des Folgejahres auch noch mal ein nettes Extra dazu.

    Ich weiß natürlich, dass man zumindest WordPress auch als normales CMS nutzen kann und mit einem entsprechendem Theme es auf auf dem ersten Blick noch nicht mal auffällt. Aber ob das Anfänger auch wissen? Daher geht es in diesem Artikel eher um das Thema WordPress als Blog im klassischen Sinne (zeitlich sortierte Artikel) zu nutzen.