Heimarbeit übers Internet – Häufig ein absoluter Reinfall

Wem das mit dem eigenen Blog oder der eigenen Internetseite zu kompliziert ist oder wer einfach weder Zeit und Nerven hat, neben Kinder erziehen und Haushalt oder Abends nach der regulären Arbeit, noch eine Webseite hochzuziehen, der sucht im Internet meist reelle Heimarbeit. Etwas zum Anfassen. Handarbeit eben. Besonders beliebt die berühmten Kugelschreiber, die zusammengebaut werden müssen.

Kugelschreiber zusammenbauen

Kugelschreiber zusammenbauen wird laut Google pro Monat über 5000 Mal gesucht. Noch besser schneidet die Suchphrase seriöse Heimarbeit ab, mehr als 18.000 Suchanfragen pro Monat belegen, dass es durchaus eine Nachfrage gibt, nach bezahlter Arbeit von zu Hause.

Die Masche bei dieser Art von Heimarbeit ist eigentlich ganz simpel: Erst soll man selbst zahlen, dann wird erst verdient (vorher müssen natürlich noch die Kugelschreiber zusammengebaut werden, aber das ist mit dem kostenpflichtigen Starterkit natürlich überhaupt kein Problem).

Den meisten solcher Angebote ist, egal ob es nun Modeschmuck, Spielzeug oder Kugelschreiber sind, eins gemeinsam. Geld wird verdient, aber meist eben nur vom Anbieter der Startausrüstung. Und nicht vom denjenigen, der mühsam manchmal sogar mehrere hundert Euro zusammengekratzt hat, um mit ehrlicher Handarbeit Abends ein bescheidenes Einkommen aufzubauen.

Der Klassiker bei dieser Art von Abzocke ist das Zusammenbauen von Kugelschreibern. Die Einzelteile hierfür müssen meist vorab gekauft werden. Hat man die Schreibgeräte dann am Küchentisch zusammengepuzzelt gibt es 0,70 Euro (oder mehr oder weniger). Allerdings natürlich nur, wenn der Kugelschreiber den Qualitätsansprüchen genügt und es für diesen Abnehmer gibt. Abzüglich der Startausrüstung bleibt da theoretisch schon etwas übrig. Aber nur, wenn es wirklich einen Rückkäufer für diesen Kugelschreiber gibt. Ansonsten hat man Geld verloren aber wenigstens Kugelschreiber satt.

Verdienen tut hier nur der Vertreiber der Startausrüstung. Vielleicht gibt es sogar einen Markt für Kugelschreiber Auseinanderbauer? Denn irgendwie müssen die ja zu der verkaufbaren Startausrüstung kommen.

Häufig genügt es diesen Abzockern noch nicht einmal, sich mit der Einschreibegebühr oder Schutzgebühr, wie das Geld, das bei dieser Art von Heimarbeit erst mal vorgelegt werden soll, genannt wird, zu verlangen. Hat man Fragen oder Probleme beim Zusammenbauen, hilft natürlich eine Hotline weiter. Meist eben mit einer kostenpflichtigen Servicerufnummer ausgestattet.

Eigene Erfahrung mit Heimarbeit

Es mag durchaus seriöse Anbieter geben, die solche Art von Handarbeit in Heimarbeit anbieten. Es gibt aber auch Firmen, die sich auf solche Aufträge spezialisiert haben, die dann in Akkord ausgeführt werden. Ich habe selbst mal in so einer Firma gearbeitet. Da kamen immer mal Posten rein, bei denen per Hand nachgearbeitet werden musste. Die berühmten Kugelschreiber waren allerdings nicht mit dabei. Und ich hatte als Studentin durchaus mal das Glück solche Heimarbeit zu ergattern. Das sind sehr begehrte Jobs, die meist innerhalb des Bekannten- oder Familienkreises vergeben werden und niemals in der Zeitung ausgeschrieben werden würden. Und vor allem musste ich für meinen Start keinen Pfennig Geld ausgeben, die Schrauben und Beutel wurden geliefert und später dann abgeholt. Das einzige was ich damals benötigte war ein Folienschweißgerät, aber selbst das habe ich erst einmal geliehen bekommen.

Wer also auf der Suche nach Heimarbeit ist, sollte ganz genau hingucken. Und sobald der angebliche Auftraggeber Geld haben möchte, Finger weg von Kugelschreiber Starterkits, Modeschmuck, Spielzeug und was es auch immer noch in dieser Richtung gibt.

1 Kommentar

  1. sagt:Ich gehöre klar zu ztweein Gruppe. Mit dem Blog Geld verdienen. Meine Grundmotivation ist nicht das Geld, aber ich muss gestehen, dass ich nicht weiss ob es mein Blog heute noch geben würde, wenn das Geld nicht wäre. Es hilft einem doch ungemein über die ein oder andere Durststrecke hinweg. Hat man erst einmal ein Niveau erreicht bei dem jeden Monat ein paar Hunderter oder gar Tausender rein kommen, dann möchte man dieses Geld nicht mehr missen. Was ich damit sagen will: Es kann sich alles ändern. Aber ich gebe Dir recht in dem Punkt, dass ein Projekt zum Scheitern verurteilt ist, dass lediglich auf Kohle ausgerichtet ist, wenn da nicht gerade ein ganz professionelles Unternehmen hinter steckt. Denn die meisten vergessen, dass es verdammt viel Zeit braucht bis ein Blog mal ein paar Taler abwirft.

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