Internetforen sind eine feine Sache. Man trifft Gleichgesinnte, kann sich austauschen und manchmal kann sich ja auch mehr entwickeln. Und ab und an bekommt man kostenlos Hilfe.

So viel zur Theorie. Beim Webmasterfriday wird gerade die Frage danach gestellt, ob man selbst noch Internetforen nutzt. Eine lustige Frage, vor allem an Seos, die meisten dürften dann gleich die möglichen Backlinks vor Augen haben, die man dort abstauben kann. Und ehrlicherweise, wären diese Backlinks nicht, würde ich mich auch nicht an Foren beteiligen. Da bin ich ehrlich.

Das einzige Forum, das ich derzeit nutze, ist eh das sin-forum. Wobei ich ab und an so Phasen habe, wo ich recht viele Tipps gebe (ich glaub, nach dem Betreiber habe ich auch die meisten Gummipunkte, eh Karmapunkte) und versuche zu helfen. Wobei sich meine Hilfe meist auf den Bereich Technik beschränkt. Und mir reicht der Link in der Signatur aus, extra einen Artikel schreiben und zurückdatieren und dann mit der Standardfloskel kommen: Zufällig hab ich dazu vor einigen Tagen etwas geschrieben, das ist mir echt zu albern. Für mich hilfreiches habe ich da bislang aber nur sehr spärlich gefunden.

Eine Zeitlang habe ich mich ab und an auch in einem Gran Canaria Forum umgetan. Aber dieses war das Paradebeispiel dafür, dass selbst die Beteiligung an einem Forum mit einem Schwerpunkt nicht bedeutet, dass alle die daran teilnehmen auch wirklich Interesse am Thema haben. Ich hoffe, dass war noch einigermaßen höflich formuliert. Aber welchen Sinn macht ein Gran Canaria Forum, wenn 80 Prozent derjenigen, die Schreiben, gar nicht auf der Insel leben (Betreiber inklusive) und von diesen 80 Prozent weitere 80 Prozent niemals einen Fuß auf diese Insel setzen werden? Das macht manchmal den Eindruck, als wenn jemand aus der Wüste jemanden im Regenwald Regen erklären wolle… Wobei es in der Wüste durchaus ja auch regnen kann.

Eigentlich halte ich Foren inzwischen für relativ sinnlos. Nur wenn es um Programmierung oder ähnliches geht, findet man in Foren wirklich ab und an mal eine sinnvolle Antwort. Leider sind es aber gerade die Bereiche, in denen sehr häufig, die Antwort auf eine Frage in einem Artikel steht, auf den nur verlinkt wird. Da einige Programmier-Fragen recht zeitlos sind, ist damit leider häufig nicht mehr gegeben, dass der Artikel noch existiert. Daher sind selbst diese Foren in 50 Prozent der Fälle nutzlos. Wobei es mir in den anderen 50 Prozent durchaus schon einige graue Haare erspart hat.

Da sind mir Blogs doch lieber. Gibt es denn Blog nicht mehr, finde ich ihn über Google eh nicht. Dann erübrigt sich auch das Lesen von zwei bis zehn Seiten Text, an dessen Ende ein nutzloser Link steht. Gleichzeitig hat man bei den X-Seiten Thread, die man da über sich ergehen lassen musste, meist mehr über das Innenleben einiger Forenschreiber erfahren, als man selbst jemals erfahren wollte. Wenn man aber in anderen Bereichen Hilfe in Foren sucht, muss man diese ganzen Seiten aber sogar lesen, denn so manche hilfreiche Antwort kann sich im Kontext dessen, was derjenige sonst schreibt, auch als nicht so hilfreich erweisen. Ein Beispiel wäre da zum Beispiel Hundeforen. Es gibt Hundeforen, da tummelt sich alles, dann gibt es welche, in denen die Nur-Echtes-Fleisch-Fraktion überproportional vertreten ist. Tipps dort sind also eher mit Vorsicht zu genießen, denn fast jedes Wehwehchen des eigenen Hundes würde ja mit der richtigen Ernährung (Fleisch) fast von selbst verschwinden. Noch heftiger sind die Foren, in denen die Impf-Gegner zu finden sind. Obwohl man da auch viel lernen kann, zum Beispiel, dass es nicht einfach so möglich ist, eine Tollwutimpfung zu faken (nicht, dass ich das jemals vor gehabt hätte, ich hab mich in dem fünf Seiten Thread einfach mal festgelesen gehabt).

Natürlich kann einem das bei der Suche nach Infos über Hunde auch in Blogs passieren. In einem Blog habe ich aber viel schneller den Überblick, wo ich denjenigen, der schreibt, einordnen kann. Notfalls sogar über die angezeigte Werbung. Und im Regelfall kann ich auch über Kommentare mit demjenigen kommunizieren. Versuch das mal bei einem 5 Jahre alten Thread in einem Hundeforum. Wenn man Pech hat bekommt man noch eins auf den Deckel, weil man einen uralten Thread aus der Versenkung geholt hat.

Foren halte ich also inzwischen für recht sinnlos und überholt. Wobei es ein Forum gibt, in dem ich sehr gerne lese, mich aber nie anmelden würde, das hat aber was mit Fußball zu tun. Und es macht einfach nur Spaß, dort zu lesen, wenn der Club, um denn es in diesem Forum geht, verloren hat. Einen Unterhaltungswert können Foren also durchaus haben. Aber wenn ich mich bespaßen lassen will, habe ich wohl mehr davon, wenn ich mit den Hunden eine Runde spielen gehe.

Der einzige Sinn aus meinen Augen

Vielleicht haben aber Foren für andere doch durchaus noch einen Nutzen. Denn, anders als ein Blog, bieten sie natürlich die Möglichkeit, anonym zu diskutieren. Und das kann bei einigen Themenbereichen durchaus gut und sinnvoll sein. Natürlich gibt es Foren, wo man diese Anonymität am liebsten sofort aufgehoben sehen würde, aber das gehört dann eben auch dazu.
Auf diesen Sinn hat mich übrigens der Beitrag von Neunzehn82 zum Thema Internetforen Sinn oder Unsinn gebracht.

Ansonsten war das hier ein Beitrag zum Webmasterfriday – Nutzt ihr noch Internet Foren?