Wir haben doch tatsächlich noch eine uralte WordPress Installation in Betrieb. Und zwar die WordPress Version 2.1.2 von Anno Dazumal (2007). Der Blog wird, abgesehen von der WP-Aktualisierung, auch regelmäßig mit neuen Inhalten bestückt, mein Freund blogt hier über das Leben auf Gran Canaria bzw. in Castillo del Romeral.

Jetzt kam er mit dem Wunsch nach einem Update um die Ecke. Ich hab mich nicht schnell genug im Schrank versteckt, daher hab ich mich am Nachmittag mal ans Werk gemacht.

Als erstes habe ich mich mal ins alte Backend angemeldet. Richtig Urig, wobei mir die Anordnung mit dem Menü oben eigentlich immer gut gefallen hat. Aber damit war ja etwas später leider Schluss. Noch Nervennahrung besorgt und los gings. Hier eine Schritt für Schritt Anleitung Update WordPress 4.0 mit einer alten sehr alten WP Version.

Schritt für Schritt WordPress 2 auf WordPress 4 updaten

  1. Zugangsdaten für diesen alten WordPress Blog beschaffen. Falls diese fürs Backend nicht mehr vorhanden sind, kann man sich auch in die Datenbank einlogen und das User des Admins mit einem anderem (bekanntem) Paßwort aus einer anderen WordPress-Installation überschreiben.
  2. Zugangsdaten für die Datenbank und natürlich für den Webserver bereit halten.
  3. Sicherungskopien von Datenbank und natürlich von den FTP Daten anfertigen.
  4. Damit man weiß, was wieder rauskommen soll, vielleicht sicherheitshalber ein Bildschirmbild machen 🙂 – War aber übertrieben, ging alles problemlos.
  5. Alle Plugins deaktiviert. Ich hab sie dann auch gelöscht.
  6. Um nicht alles wieder hochladen zu müssen, wenn was schief geht, habe ich noch wp-admin und wp-includes sowie alle Dateien aus dem Hauptverzeichnis separat heruntergeladen. Außerdem habe ich alle alten Themes, die nicht genutzt wurden, gelöscht. Für den Fall, das ich alles hätte neu aufspielen müssen, hätte ich alles parat gehabt.
  7. Dann die Ordner wp-admin und wp-includes löschen sowie alle Dateien von wordpress aus dem Hauptverzeichnis außer: .htaccess, wp-config.php (und eigene Dateien, die da vielleicht mal gelandet sind und die man noch benötigt, bei uns war es ein Header-Bild).
  8. Aus der aktuellen Version habe ich in wp-content noch den Ordner Languages reingeschoben, der fehlte.
  9. Außerdem habe ich den Ordner plugins komplett aufgeräumt (alles gelöscht, auch akismet) und von der aktuellen Version nur die index.php und die hello.php eingespielt. Wer akismet zur Abwehr von Spam nutzt, sollte den Ordner natürlich auch neu hochladen.
  10. Die Unterordner wp-admin und wp-includes komplett wieder hochgeladen.
  11. Alle Dateien von root in root geladen.Hier hatte ich die .htaccess und die wp-config.php behalten.
  12. Die wp-config.php ist allerdings etwas arg veraltet gewesen. Hier fehlten einige Angaben.
  13. Ich hab also die wp-config-sample genommen und dort die Angaben aus der alten wp-config eingetragen sowie mir die Sicherheitsschlüssel generiert. Und die wp-config-sample in wp-config geändert. Die alte Version dafür umbenennen. Die konnte dann später gelöscht werden.
  14. Nun die /wp-admin/upgrade.php aufrufen.
  15. Hier wollte WordPress als erstes die alte Datenbank aktualisieren. Falls man kein Backup davon gemacht haben sollte, wäre jetzt die letzte Möglichkeit sich in sein PHPMyAdmin einzuloggen und noch schnell eine komplette Kopie zu ziehen!
  16. Danach war alles auf englisch (lässt sich bei Einstellungen, Allgemein aber mit einem Klick ändern) und es gab ein Problem mit den Umlauten, ich nehme mal an wegen der Konvertierung auf utf-8. Lösung auf: Defekte Umlaute nach WordPress Update. Man muss in der wp-config.php nur die Zeile define(‚DB_CHARSET‘, ‚utf8‘); in define(‚DB_CHARSET‘, “); ändern. Schon passt es auch mit den Umlauten.
  17. Dann hat WordPress bislang alle Bilder direkt in wp-content gespeichert, das wollte ich ändern in wp-content/uploads. Unter Einstellungen Medien ging das auch recht einfach, danach hat mir WordPress aber leider im Medienmanager nicht mehr die Bilder sondern nur noch Platzhalter angezeigt (bei den alten Bildern). Die Pfadänderung fand WordPress wohl nicht gut. Ich hätte es bei einer Installation von mir vielleicht dann so gelassen, wie oft ändert man ein schon hochgeladenes Bild? Aber störend war es schon. Unter Einstellungen Medien ließ sich wp-content/uploads leider nicht mehr einfach in wp-content umstellen. Also ab in die Datenbank, dort in die Tabelle wp_options und dort den upload-Path (Zeile 60) von wp-content/uploads händisch wieder in wp-content geändert. Jetzt werden in der Mediathek wieder alle je hochgeladenen Bilder angezeigt. Die Bilder landen halt nun in wp-content.
  18. Am Ende habe ich noch Anti Spam Bee installiert: https://wordpress.org/plugins/antispam-bee/

Ging alles viel Problemloser als befürchtet. Wobei es sehr beruhigend war, Sicherungskopien zu haben. Ob alles wirklich 100 Prozent geklappt hat, wird sich wohl erst in der Nutzung zeigen. Aber gut aussehen tut alles, Bilder lassen sich auch hochladen, es ist alles da wo es sein soll. Und von der Tafel Schokolade Nervennahrung habe ich nur zwei Rippen gebraucht 🙂

Zeitbedarf: Gut zwei Stunden, allerdings echte Arbeitszeit davon vielleicht 20 Minuten. Aber hoch und runterladen von Dateien dauert halt bei der Schneckenverbindung auf Gran Canaria etwas.